31. OKTOBER 2023

Schlafapnoe: Ursachen und Behandlung

schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine Schlafstörung mit verschiedenen Ursachen. Die charakteristischen Atemaussetzer während der Nacht beeinträchtigen nicht nur die Schlafqualität der Betroffenen, sondern sorgen auch bei den Angehörigen für ein mulmiges Gefühl. Weil Schlafapnoe-Patientinnen und -Patienten nachts nicht genügend Sauerstoff bekommen, fühlen sie sich morgens oft nicht ausreichend erholt. Wir verraten Ihnen, wie Sie Schlafapnoe behandeln können, um wieder gesunden Schlaf zu erleben und sich morgens fit zu fühlen.  

 

Was ist Schlafapnoe?

Wenn die Atmung während des Schlafs wiederholt aussetzt, liegt der Verdacht auf eine Schlafapnoe nahe. Diese Schlafstörung bedeutet wörtlich übersetzt „Atemstillstand im Schlaf“. Das hört sich erst einmal ziemlich gefährlich an. Vor allem die Bettpartner der Betroffenen bekommen einen Schreck, wenn das gleichmässige Atmen neben ihnen plötzlich aussetzt. Diese Atempausen können ganz schön lange dauern – in schweren Fällen bis zu mehrere Minuten. Und nicht nur das: Die Atemaussetzer können tatsächlich bis zu mehrere hundert Mal in nur einer Nacht auftreten. Dies stellt ein ernst zu nehmendes Problem für die Gesundheit der Betroffenen dar: Weil die Sauerstoffkonzentration im Blut aufgrund der gestörten Atmung zu tief fällt, schlägt das Gehirn Alarm und sendet immer wieder Weckreaktionen aus. Schlafapnoe führt deshalb letztendlich zu unterbrochenem Schlaf, der den Betroffenen keine ausreichende Erholung schenkt. Um den gestörten Schlafzyklus wieder in Balance zu bringen, muss man erst einmal herausfinden, wie man Schlafapnoe und ihre Ursachen dahinter bekämpfen kann.

Wie merke ich, dass ich Schlafapnoe habe?

Das Tückische an der Schlafapnoe ist, dass Betroffene sie oft lange Zeit nicht bemerken. Gerade, wenn Sie als Einzelschläfer keiner Beobachtung von aussen unterstehen, fällt Ihnen Ihre Schlafapnoe möglicherweise nicht auf. Häufig sind es nämlich die Angehörigen, die die nächtlichen Atemaussetzer zuerst bemerken. Doch wie kann es sein, dass es Ihnen selbst kaum auffällt, wenn Sie nachts minutenlang nicht mehr atmen? Dies liegt zum einen daran, dass die Weckreaktion unbewusst abläuft. Sie schrecken nachts zwar aus dem Schlaf, doch sind Ihnen die Gründe dafür nicht bewusst. Trotzdem können Sie anhand einiger Symptome selbst den Verdacht auf Schlafapnoe stellen. Bemerken Sie beispielsweise eine extreme Tagesmüdigkeit bei sich, obwohl Sie glauben, genug Schlaf zu bekommen, kann dahinter eine Schlafapnoe stecken. Denn weil der Schlafrhythmus bei dieser Schlafstörung so stark unterbrochen wird, fühlen sich die Betroffenen beim Aufwachen häufig nicht gut erholt. Konzentrationsprobleme können ebenfalls auf eine Schlafapnoe hinweisen. Wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Leistungsfähigkeit verschlechtert und Sie häufig unter Kopfschmerzen leiden, können nächtliche Atemaussetzer die Ursache sein. Ein weiteres klassisches Anzeichen für eine Schlafapnoe ist Schnarchen, da die Atemwege der Betroffenen verengt sind. Auch starkes nächtliches Schwitzen kann ein Versuch Ihres Körpers sein, Sie auf eine Schlafapnoe aufmerksam zu machen.

 

nachts schnarchen

Wer gehört zur Risikogruppe für Schlafapnoe?

Männer sind besonders häufig von der Schlafstörung betroffen. Dementsprechend prägen ihre Symptome das Leitbild der Krankheit. Ärzte assoziieren Schlafapnoe zunächst mit einem übergewichtigen Mann mittleren Alters, dessen nächtliche Atemaussetzer sich vor allem durch lautes Schnarchen diagnostizieren lassen. Frauen dagegen gehören nicht zur typischen Risikogruppe. Bei ihnen äussert sich die Schlafapnoe zudem in weniger spezifischen Symptomen – mit weitreichenden Folgen: Oftmals wird die Schlafstörung bei Frauen gar nicht als solche erkannt. Denn Frauen, die unter Schlafapnoe leiden, klagen oft über Symptome wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Stimmungsschwankungen. Diese lassen die Mediziner zunächst nicht an eine Schlafapnoe denken, da die typischen Atemaussetzer und das charakteristische Schnarchen sich weniger häufig beobachten lassen. Übergewichtige Frauen haben während einer Schwangerschaft ein höheres Risiko für eine Schlafapnoe. Daneben können die Wechseljahre und die Menopause das Entstehen dieser Schlafstörung begünstigen.

Was sind die Ursachen hinter Schlafapnoe?

Hinter der Schlafstörung Schlafapnoe können mehrere Ursachen stecken. Übergewicht scheint eine der häufigsten davon zu sein. Daneben zählen körperliche Veränderungen wie etwa vergrösserte Rachenmandeln zu den Ursachen: Diese können die Atemwege der Betroffenen weiter verengen. Auch kurzfristige Faktoren wie Allergien oder Atemwegsinfektionen können für das Entstehen einer Schlafapnoe sorgen. Eine weitere Ursache ist das Erschlaffen der Mund- und Rachenmuskulatur während des Schlafens. Weil dadurch die Zunge zurücksinkt, kann sie die Atemwege blockieren und Atemaussetzer begünstigen.

Wie gefährlich ist Schlafapnoe?

Atemstillstand, ungenügende Sauerstoffversorgung des Gehirns – diese Stichworte sorgen dafür, dass Schlafapnoe als eine der gefährlicheren Schlafstörungen gilt. Leider hat eine undiagnostizierte Schlafapnoe langfristig tatsächlich Konsequenzen für Ihre Gesundheit. So erhöht die Krankheit Ihr Risiko, an folgenden Krankheiten zu erkranken:

  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • Schlaganfall
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

Beim Durchlesen dieser Liste wird klar: Viele Krankheiten können einen Zusammenhang mit Schlafapnoe haben. Grund genug, die Schlafapnoe und die dahinterliegenden Ursachen rasch zu bekämpfen. So können Sie Ihr Wohlergehen wiederherstellen und Ihre Schlafqualität positiv beeinflussen.

Wie kann ich die Schlafstörung behandeln?

Die gute Nachricht für alle Betroffenen ist, dass sich eine Schlafapnoe in den meisten Fällen gut behandeln lässt. Sobald die Schlafstörung von einem Mediziner diagnostiziert wird, kann Ihnen schnell geholfen werden. Werden die nächtlichen Atemaussetzer behandelt, verbessert sich Ihr Schlaferlebnis und Sie gewinnen wieder mehr Lebensqualität.

 

schlafapnoe behandlung

 

Folgende Behandlungsmethoden können bei einer Schlafapnoe wirksam sein:

  • Ein chirurgischer Eingriff
  • Nächtliche Atmungsunterstützung
  • Spezielle Hilfsmittel

Die Standardtherapie bei einer Schlafapnoe ist die sogenannte CPAP-Therapie. Die Abkürzung CPAP steht für „continuous positive airway pressure“. Das bedeutet, dass Sie nachts eine therapeutische Schlafmaske tragen, die Sie mit einem gleichmässigen Luftstrom bei gleichbleibendem Druck versorgt. Dank dieser Massnahme bleiben die oberen Atemwege offen, wodurch sich die Anzahl Ihrer Atemaussetzer und Weckreaktionen deutlich reduziert.  Sie bekommen wieder erholsameren Schlaf, was sich auch tagsüber in höheren Energieleveln, einer positiveren Stimmung und einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit zeigt.

 

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